Entschleunigung und Pictorialismus

Oder auch Fotografieren mit einer Squeezerlens.

Die Squeezerlens begegnete mir vor ca. 2 Jahren, sie hat mich begeistert und sie kommt seitdem immer öfter zum Einsatz – für diesen Beitrag auch auf einer Reise nach Madeira und Porto.

Die Squeezerlens wird von Frank Baeseler aus alten Objektiven mit einem flexiblen Balgen und verschiedenen Kamera-Mounts zusammengebaut. In meinem Fall, bei der  Mini-Squeezerlens kommt ein Leitz Hektor Projektions-Objektiv mit Brennweite 8,5 cm und einer festen Blende  f2.5 zum Einsatz. Das Objektiv ermöglicht es, ähnlich wie bei einem Lensbaby,  manuell zu fokussieren und dabei die Schärfe-Ebene flexibel zu definieren. Es ist möglich, sich auf geringe Schärfezonen und besonders wichtige Bildelemente zu konzentrieren.

 

 

Man entfernt sich von der Perfektion, die üblicherweise mit modernen Objektiven, digitalen Kameras und ihrer extremen Bildschärfe erzielt werden. Das Objektiv hat schon aufgrund seiner Konstruktion einen stärkeren Schärfeabfall, der durch die Verschiebung der Schärfeebene noch vestärkt werden kann. Die erzeugten Fotografien haben mit den bewussten Schärfe- und Unschärfezonen Elemente, die auch in der Entwicklung des Pictorialismus wichtig für die künstlerische Fotografie waren.

 

 


 

 

Das Fotografieren selbst, der Vorgang des Motiv-Auswählens und Fokussierens verlangt eine andere, entschleunigtere Vorgehensweise.  Motivwahl, Inspiration, Fokussierung spielen eine wichtigere Rolle.

„Meine Kameralinse erfordert ein anderes Sehen als das gewohnte. Es will geübt sein. Und überhaupt zeigen sich die Dinge nun neu. Es ist der Blick mit zusammengekniffenen Augen, in dem die Farben und die Dinge zusammen fließen. Ich erinnere mich an diesen Blick als Kind.“

Werner Pechmann

 

 

 

 

 

Nicht vergessen möchte ich, die wichigsten Ideengeber bzw. Inspirationsquellen für die Nutzung der Squeezerlens zu nennen. Das ist im Wesentlichen der Blog von dem von mir hochgeschätzten Werner Pechmann und dem Blog von Martin Wolfert .

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Oh , vielen Dank! Ich freue mich.
    Und was für ein wunderbarer Beitrag. Ach ja, die Squeezerlens. Ich liebe sie (und habe schon einige Zeit nicht mit ihr fotografiert..das muss sich ändern)

    Lg,
    Werner

    • Vielen Dank, Werner !
      Freut mich, dass der Beitrag Dir gefällt – und auch viel Spaß weiter mit der Squeezerlens.
      Gruß Peter

  2. Hallo Peter,
    vielen Dank für die Nennung und die Verlinkung auf meinen Blog.
    Wie auch Werner schon kommentiert hat: „Ich liebe sie“. Auch ich habe mit „ihr“ in der letzten Zeit wenig fotografiert. Was sicherlich daran liegt, dass sich durch mein #Articulated Fotoprojekt eine gewisser „Abnutzungseffekt“ eingestellt hat.
    Diesem Abnutzungseffekt versuche ich mit Dezimierung entgegenzutreten.

    Viele Grüße,
    Martin

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